Haltung
Wovon ich ausgehe
Beratung auf Augenhöhe
Egal ob Alltag oder Beruf, möchte ich nach einem humanistischen Menschenbild handeln, das Menschen in ihrer Würde und Eigenständigkeit ernst nimmt. Ich gehe davon aus, dass persönliche Belastungen, Konflikte oder widersprüchliches Erleben in ihren Zusammenhängen Sinn ergeben.
In der Beratung bedeutet das, einen achtsamen Umgang mit den Herausforderungen der Klient*innen, und keine Lösungsvorschläge meinerseits. Ziel ist eine gemeinsame Exploration, die neue Perspektiven eröffnet und Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar macht.
Strukturelle Belastungen berücksichtigen, ohne darauf zu reduzieren
Psychische Belastungen und Beziehungskonflikte betrachte ich nicht als isolierte Probleme. Ich arbeite kontextualisierend statt individualisierend: das bedeutet, dass ich familiäre, gesellschaftliche, kulturelle sowie rechtliche Rahmenbedingungen in die gemeinsamen Überlegungen mit einbeziehe.
Wissenschaftlich fundiert, systemisch, queer-sensibel
In meiner Beratungspraxis lege ich bei den Inhalten, die ich einbringe, großen Wert auf eine wissenschaftlich fundierte Weiterbildung. Meine Arbeit orientiert sich an therapeutischen, psychosozialen und queer-theoretisch informierten Ansätzen.
Sensible Sprache und selbstkritische Einstellung
Persönliche Wirklichkeit ist konstruiert, Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle. Ich verstehe die Sprache, die ich nutze, als Teil meiner professionellen Verantwortung. Ich möchte implizite Annahmen über Geschlecht, Orientierung oder Lebensformen vermeiden und bin bereit, Fehler anzuerkennen und zu korrigieren.
Zu meiner professionellen Haltung gehört die kontinuierliche Reflexion der eigenen Position als Beraterin – einschließlich Privilegien, Machtverhältnissen und blinden Flecken.
Rolle und Verantwortung:
Wofür ich im Prozess zuständig bin
Einen strukturierten Rahmen für freie Erkundung bieten
In der Beratung übernehme ich die Verantwortung für den Prozessbogen und einen klaren Rahmen. Dazu gehört, Gespräche zu strukturieren, den Fokus zu halten, passende Methoden einzubringen und ein Arbeitsklima zu ermöglichen, in dem Erkundung und verständnisvolle Kommunikation möglich sind.
Unterbrechen, konfrontieren, überprüfen: Verständnis herstellen
Ich greife aktiv ein, wenn Beschreibungen difus bleiben, der Gesprächsfaden verloren geht, wenn intellektualisierender Abwehr oder emotionale Überflutung sichtbar wird, und mache Muster oder Verantwortungsverschiebungen transparent. Meine Fragen sind Hilfestellungen um Implizites und Unbewusstes sichtbar zu machen.
Gleichzeitig achte ich darauf, Selbstverantwortung nicht zu übernehmen, sondern Angebote für eigenständige Erkenntnisse, Klärung und Veränderung zu schaffen.
Rahmen für alle Perspektiven halten
In der Paar- und Beziehungsberatung übernehme ich zusätzlich Verantwortung für die Gesprächsstruktur zwischen den Beteiligten. Ich unterbreche, wenn erkennbar wird, dass Menschen einander nicht zuhören, sich gegenseitig unterbrechen oder wenn Kommunikation verletzend wird.
Allparteilichkeit bedeutet für mich, die Perspektiven aller Beteiligten ernst zu nehmen und zugleich auf eine Gesprächsführung zu achten, in der Machtungleichgewichte und Dynamiken nicht unreflektiert wirksam bleiben.